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In allem: leben

Kleines Konzert am 18. September 2011 in der Kirche

Trio - Foto: Marianne Lother

Warm, hell und klangvoll, beruhigend und berührend, freundlich und ansprechend, war „das kleine Konzert“, das am Sonntagabend in der evangelischen Kirche zu hören war. Es ging um Gottes Liebe zu den Menschen, um das Leben, das in allem sichtbar wird. Benannt war es mit „in allem: leben“.

Die Nummern eins bis drei im bekannten Werksverzeichnis von Joseph Haydn, Hobokenverzeichnis IV, „Trio für zwei Flöten und Violoncello“, waren in jeweils drei Sätzen zu hören. Außerdem das Duo Opus 64 von Franz Danzi und das Duo Opus 27 von Ludwig van Beethoven. An der Querflöte waren Laura Ellen Paulu und Eberhard Blauth zu hören, Tobias La Deur am Cello.

Die Instrumente bildeten mit dem warmen Ton des Cello und den aus dieser Grundlage hervorspringenden hellen Tönen der Flöten eine perfekte Harmonie. Die drei Interpreten spielten ihre Instrumente sehr gekonnt, sehr ausdrucksvoll, brachten die Farben der Klänge zur Geltung und entlockten den Zuhörern mehr als einmal ein „Wunderschön!“. Das Konzert begann mit einem allegro moderato und am Beginn des Herbstes erinnerte die Musik unwillkürlich an Frühling. Leicht und froh kamen die Flöten daher, springend wie Wasser, wogegen das Cello nichts anderes war als die sonnengewärmte Erde. Der erste Text von Anton Rozetter, „Am Anfang war Gott allein“, sprach passend zu diesem Bild von der Erschaffung des Menschen, dem Gott seine ganze Liebe eingehaucht habe. Ein unbekannter Verfasser bat Gott um Kühnheit. Er bat ihn um Unruhe in der Sattheit der Selbstzufriedenheit, um Durst nach den Wassern des Lebens. Richard Beauvais sah in seinem Titel „Mensch unter Menschen“ die Beziehung zu anderen als die Grundlage des Lebens. Eine direktere Beziehung zu Gott durch die Sprache der Musik sprach Rabindranath Tagore an: „Trunken in der Freude des Gesanges nenne ich dich Freund“ begannen die ersten Verse. Alles in allem sprach aus den Texten nicht nur ein tiefer Glaube der jeweiligen Verfasser, sondern auch eine Ermunterung zu Offenheit und Vertrauen zu Gott und zur Unvoreingenommenheit gegenüber anderen Menschen. „Ich träume Gemeinschaft“ nannte es Eleonore Beck. Haydns „Spiritoso“, in dem das Cello eine wunderbare Rolle spielte, war eine Ermutigung an die Zuhörer, an solcher Welt zu arbeiten und das Allegro am Ende des dritten Teil des Trios verriet Hoffnung und Freude über das Leben. Es knüpfte an den Beginn des Konzerts an, Gott hat das Leben gewollt, er hat den Menschen erschaffen. Die gehörten Texte stellten den Menschen in eine Gemeinschaft. Es war aber keine Standortbestimmung, sondern eine Vision und eine Aufforderung, diese zu verwirklichen.

Text und Foto: Marianne Lother