Landesbischof Fischer: "Symbolträchtige Begegnung"
Papst lobt badische Ökumene
Erfurt/Karlsruhe, 23.09.2011
"In Baden sind Sie ökumenisch ja schon immer vorne", sagte Papst Benedikt XVI. zu Landesbischof Ulrich Fischer, als er ihm bei der ökumenischen Begegnung im Erfurter Augustinerkloster vorgestellt wurde.
Der Papst habe sich bei dem Treffen am Freitag sehr herzlich gezeigt: "Menschlich war es eine ausgesprochen offene und warmherzige Begegnung auf Augenhöhe", berichtet Fischer nach der knapp halbstündigen Begegnung.
Das Ökumenetreffen habe eine enorm symbolträchtige Bedeutung, sagte Fischer. "Dass der Papst an den Ort kam, an dem Luther seine reformatorischen Einsichten hatte und die Spaltung der abendländischen Kirche begann, ist als solches schon ein ermutigendes Zeichen." Die Bilder des Miteinanders, des gemeinsamen Redens, Betens und Hören auf Gottes Wort werden bleiben, zeigte sich Fischer überzeugt.
Inhaltlich allerdings ist er ernüchtert: "Es gab keinen Impuls für das Reformationsjubiläum im Jahr 2017." Auch wenn Luther von Benedikt in seinem theologischen Denken gewürdigt worden sei, seien weitere Schritte ausgeblieben: "Ich hätte mir gewünscht, dass Luther auch von der katholischen Kirche in die Reformtheologie seiner Zeit eingeordnet wird."
Dass der Papst Luthers Frage nach einem gnädigen Gott als aktuelle Frage kennzeichnete, ist für Fischer ein wegweisendes Zeichen. "Wir haben uns der gemeinsamen 2000jährigen Geschichte vergewissert." Insgesamt bewertet der badische Landesbischof das Treffen als Ermutigung für das ökumenische Miteinander.
(Uwe Gepp, Chef vom Dienst)