Festliches Konzert für Trompete und Orgel am Dreikönigstag
Der letzte Glanz der Weihnacht erstrahlte noch einmal im „festlichen Konzert für Orgel und Trompete“, das am Dreikönigstag in der evangelischen Kirche zu hören war: Milen Haralambov an der Trompete und Jörn Bartels an der Orgel.
Mit Eleganz und Feuer eröffnete Georg Friedrich Händels „Suite in D-Dur“ das einstündige Konzert. Der gebürtige Bulgare Haralambov interpretierte brillant und virtuos, leidenschaftlich und seelenvoll. Der Organist Bartels war ein perfekter Partner, die meisten Beiträge spielten die beiden als Duo, mal zugleich, mal im Dialog. Auch in Henri Purcells „Sonata“ ertönte die strahlende Hoch-B-Trompete, wie sie auch Reinhold Friedrich verwendet, mit einem wunderbaren Klang. Drei köstlich anzuhörende Sätze endeten mit dem anspruchsvollen Tempo „Allegro ma non troppo“. Es folgten drei getragenere Stücke. „Andante“ von Oskar Lindberg und „Sevdana“ des bulgarischen Komponisten George Zlatev Tcherkin. „Sevdana“ war ursprünglich für Violine und Klavier geschrieben und ist ein in Bulgarien sehr beliebtes Stück. Wieder begann die Orgel in einem ruhigen Strom von Klang. Die – deutlich tiefer gestimmte und sehr sonor klingende - „normale“ Trompete fing den Ton und trug ihn fort. Hinaus aufs Meer der Träume und Sehnsüchte. Unendlich traurig und wehmütig erklangen die beiden Kompositionen, von ihren beiden Interpreten hervorragend einfühlsam und bewegend vorgetragen. Drei Werke trug Jörn Bartels, der Kirchenmusik und Gesang studiert hat und als Bezirkskantor an der Stadtkirche Emmendingen tätig ist, an der Orgel solo vor. Es waren die „Choralpartita“ des deutschen Barockkomponisten Georg Böhm, das sanfte „Chanson du soir“ des italienischen Organisten und Komponisten Enrico Bossi und eine Bearbeitung des Kirchenlieds „Vom Himmel hoch da komm ich her“ von Johann Sebastian Bach. Mit der Suite in D-Dur schloss das Konzert den Bogen zum Beginn und endete in einer furiosen und strahlenden Komposition des Engländers Jeremiah Clarke. Milen Haralambov wurde bereits als 13jähriger Preisträger des Bulgarischen Jugendwettbewerbs und bekam mit 24 Jahren die Stelle des Solotrompeters im bulgarischen Nationalorchester. Er vervollkommnete seine Studien an den Musikhochschulen in Detmold und Freiburg, war zwei Jahre lang Trompeter im Sinfonieorchester des Südwestdeutschen Rundfunks. Seit einigen Jahren tritt er als Solist im In- und Ausland auf und konzertiert mit diversen Kammermusikensembles.
Text und Foto: Marianne Lother