Geistlicher Gruß
10. Juni 2010
Was sich alles so ansammelt
Früher war ich eine leidenschaftliche Sammlerin. Angefangen hat das als Kind mit Stickern oder Figuren, weitergemacht habe ich als Jugendliche mit Dosen einer bekannten Getränkemarke. Daraus entwickelte sich eine Leidenschaft, die eine ganze Vitrine mit Sammlerstücken füllt – nicht zu sprechen von den zwei Umzugskartons, in denen sich die Dosen mittlerweile befinden.
Auch wenn ich die Jagd auf kostbare Stücke derweil eingestellt habe, so sammle ich in meinem Leben immer noch zahlreiche Dinge. Das sind Dinge, die nicht so einfach in der Vitrine einstauben, sondern lebendige Sammelstücke. Jeden Tag, wenn ich durch die Welt gehe, sammle ich Eindrücke, Begegnungen und Momente, die mir in Erinnerung bleiben, die meinen Tag bereichern oder manchmal auch beschweren. Gelegentlich begebe ich mich bewusst auf die Jagd und ein andermal fliegen mir diese Erfahrungen einfach zu. Vieles davon beschäftigt mich noch lange, anderes vergesse ich schnell wieder. Aber alles, was ich den Tag über sammle, macht mich zu dem, was ich bin – und da sammelt sich so manches an in einem Leben. Von daher bin ich immer noch eine leidenschaftliche Sammlerin und das ein oder andere Mal bleibe ich auch vor meiner Vitrine stehen und erinnere mich schmunzelnd zurück.
Danke Gott, dass ich meine Erfahrungen mit Dir zusammen bedenken darf.
Danke Gott, dass ich vor Dir ablegen kann, was mich beschwert.
Danke Gott, dass ich meine Freude mit Dir teilen kann.
Danke Gott, dass ich sein darf, was ich bin. AMEN.
Martina Tomaïdes, Pfarrvikarin
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