Geistlicher Gruß
24. Juni 2010
Wenn es Abend wird und die Sonne untergeht
„Morgenstund hat Gold im Mund“ – so heißt eine bekannte Weisheit. Im Laufe der Jahre habe ich allerdings festgestellt, dass dieser Spruch nur eingeschränkt für mich gilt. Früh aufstehen ist einfach nicht mein Ding. Es gibt eben solche und solche Menschen – Frühaufsteher und Nachteulen. Bei mir sind es eher die Abendstunden, die mir besonders wertvoll sind. In diesen Zeiten sammle ich meine Gedanken, finde Ruhe und Kreativität. Da herrscht eine ganz bestimmte Stimmung in mir, die ich gar nicht so recht beschreiben kann. Das rege Treiben des Tages macht über Nacht eine Pause. Doch alleine fühlen muss ich mich nicht. Es gibt noch mehr von dieser Spezies.
Ganz besonders empfinde ich auch Gottesdienste am Abend oder in der Nacht. Immer will ich das gar nicht haben, aber so ab und zu im Jahr. Wenn die Kirche wohlig ausgeleuchtet ist, die Kerzen richtig leuchten dürfen und man sich hinter den Kirchenmauern vor der Dunkelheit der Straße geborgen fühlt.
Bleibe bei uns Herr, denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneiget.
Ihre Martina Tomaïdes, Pfarrvikarin
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