Geistlicher Gruß
8. Juli 2010
Ole, ole, ole...
Was für eine Begeisterung doch durchs ganze Land zieht. Schwarz-rot-gold dominieren die Straßen. „Einigkeit und Recht und Freiheit“ ertönt es vor jedem Spiel der DFB-Elf und die (Deut)schland - Rufe erschallen durch Stadien und Straßen. Die Fußballweltmeisterschaft ist in vollem Gange. Weltmeistersein hin oder her, vom Fußball können wir einiges lernen. Vor allem diese grenzenlose Begeisterung für eine Sache fasziniert mich. Manchmal wünsche ich mir die auch für den christlichen Glauben - auch bei mir selbst. Überall auf der Welt stellen sich Nationen hinter ihre Mannschaften, feuern sie an und stärken ihnen den Rücken! Am Sonntag werden wir wissen, wer den Pokal holt. Sicher ist jetzt schon: Es werden Tränen fließen, bei denen die verloren haben und bei den glücklichen Siegern. Die Fans haben jetzt schon einen Pokal verdient. Denn Fußball ist nicht nur auf dem Rasen eine Mannschaftssportart. Fußball verbindet die Menschen auch vor den Bildschirmgeräten und lässt miteinander ins Gespräch kommen. Doch Vorsicht! Viel zu schnell vergöttern wir diesen Sport und übersehen die Schattenseiten: Der Druck, der auf den Spielern lastet, die sozialen Probleme im Gastgeberland und die Geldmacherei, die mit so einem Großereignis in Verbindung steht. Auch hier bedarf es des Zusammenhalts. Halten wir also zusammen, feuern die Spieler an, vergöttern sie aber nicht, informieren uns über die Missstände um die Stadien herum, nehmen die Feier nicht zum Anlass, alle Regeln des Anstandes außer Kraft zu setzen, und nehmen die Beteiligten ins Gebet.
Ihre Martina Tomaïdes, Pfarrvikarin
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