Geistlicher Gruß
Johannes vom Kreuz sagte einmal: “Wer sich des Weges sicher sein will, muss die Augen schließen und im Dunklen gehen.“
Achtung! Das ist keine Empfehlung für das Verhalten beim Autofahren – natürlich nicht! Aber es ist eine ernst gemeinte Empfehlung, für eine grundlegende Haltung gegenüber dem Leben. Eine Einladung zum Üben von Vertrauen ist es – und die Zusage, dass wirkliche Sicherheit nur durch das Aufgeben von Kontrolle entsteht! Das ist natürlich eine enorme Herausforderung für uns Menschen. In unserem Kleinmut wollen wir alles unter Kontrolle halten. Wir sträuben uns gegen unkontrollierte Entwicklungen und haben Angst vor dem Wandel, der Gewohntes in Frage stellt. Aber das Unvorhersehbare lässt sich nicht aus der Welt schaffen, es gehört sogar unmittelbar dazu! Wir wissen nicht was morgen geschieht und selbst die anscheinend so sicheren Gesetzmäßigkeiten der Naturwissenschaften gelten nicht für immer und ewig.
Die Adventszeit, die am Sonntag wieder beginnt, können wir zu einer Übungszeit in Sachen Vertrauen machen. Gerade die Zeit vor Weihnachten mit all seinen Geheimnissen, kann uns öffnen für das Neue, für das Überraschende und ganz andere – für das Handeln Gottes an uns und in dieser Welt. In einem Gesangbuchlied heißt es: “Vertraut den neuen Wegen, auf die uns Gott gesandt! Er selbst kommt uns entgegen, die Zukunft ist sein Land. Wer aufbricht, der kann hoffen in Zeit und Ewigkeit. Die Tore stehen offen, das Land ist hell und weit!“
Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit,
Ihr Eberhard Blauth, Gemeindediakon
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