In der Regel werden bei uns jeweils am 1. Sonntag eines Monats Taufen im Gottesdienst gefeiert. Dafür entstehen Ihnen keine Kosten; Sie bekommen sogar noch eine individuell gestaltet Taufkerze geschenkt! Den Taufakt im Gottesdienst können Sie – im gewissen Rahmen – auch aktiv mitgestalten. Sie können einen Taufspruch, ein Liede, ein Gebet und eine Lesung auswählen; es ist auch möglich, dass Sie selbst oder Verwandte eine Lesung oder eine Fürbitte halten. Anregungen dazu erhalten Sie im Taufgespräch. Wenn Sie Ihr Kind oder sich selbst taufen lassen möchten, melden Sie sich dazu bitte im Pfarramt an.
Das Jahr 2011 stand in der evangelischen Kirche ganz im Zeichen der Taufe. Ziel des bundesweiten Jahres der Taufe war, sich intensiver mit der Taufe zu beschäftigen. An einem zentralen Taufsonntag, dem 10. Juli 2011, sollten möglichst viele Taufen in ganz Baden stattfinden. (Quelle: Pressemeldung ekiba.de). Das Jahr der Taufe in Weingarten: Taufgottesdienst am Weingartener Baggersee.
Fragen und Antworten zur Taufe
Wir möchten unser Kind erst dann taufen lassen, wenn es sich selbst entscheiden kann. Hat es irgendwelche Nachteile zu befürchten?
Die meisten Kinder werden bei uns als Kleinkinder getauft. Bei der Taufe eines kleinen Kindes wird besonders deutlich, dass Gottes Zuwendung zu einem Menschen von keiner Vorleistung abhängig ist, nicht einmal von einer Glaubensentscheidung. Dieser Aspekt der Taufe ist unserer Kirche gemeinsam mit vielen anderen Kirchen der Ökumene besonders wichtig. Es gibt aber auch christliche Kirchen, denen die eigene Entscheidung für den christlichen Glauben so wichtig ist, dass sie erst Jugendliche und Erwachsene taufen. Wählen bei uns Eltern für ihr Kind diesen Weg, kann das Kind trotzdem den Religionsunterricht und den Kindergottesdienst besuchen. Vielleicht ist die Grundschulzeit oder der Konfirmandenunterricht die richtige Zeit, in der dann die Entscheidung zur Taufe fällt.
Wir würden uns bei der Taufe unseres Sohnes gerne kirchlich trauen lassen. Geht beides in einem Gottesdienst?
Selbstverständlich geht das. Viele Elternpaare machen die Erfahrung, dass die Dankbarkeit über die Geburt ihres Kindes sie auch als Paar verändert und ihre Beziehung vertieft. Dankbar suchen sie auch für sich als Ehepaar den Segen Gottes
Ich bin aus der Kirche ausgetreten. Kann ich mein Kind trotzdem taufen lassen?
Gottes Liebe und Zuwendung zu dem Kind ist nicht abhängig von der Kirchenzugehörigkeit seiner Eltern. Wenn kein Elternteil einer Kirche angehört, ist es Aufgabe der Paten, die christliche Erziehung des Kindes zu fördern. Wenn Sie dies unterstützen können, kann Ihr Kind getauft werden. Wie wäre es, wenn Sie anlässlich der Taufe Ihres Kindes wieder in die Kirche eintreten würden?
Unsere Paten sind beide katholisch. Geht das?
Nein. Zumindest ein Pate muss evangelisch sein, denn das Kind soll ja nicht nur in den christlichen Glauben, sondern auch in »seine« evangelische Kirche hineinwachsen.
Vielleicht entscheidet sich mein Kind später einmal für eine andere christliche Konfession. Muss es dann »umgetauft« werden?
Nein. Die Taufe verbindet alle christlichen Kirchen auf der ganzen Welt miteinander. Sie alle taufen mit Wasser und im Namen »Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes«. Dies geschieht in allen Kirchen nur ein Mal. Will Ihr Kind einmal zu einer anderen Kirche gehören, also konvertieren, wird es nach Gesprächen mit einem Pfarrer, einer Pfarrerin, in einem Gottesdienst in die andere Glaubensgemeinschaft aufgenommen. Aber getauft wird nicht noch einmal. Die Taufe gilt bis ans Lebensende. Sie bleibt sogar auch dann noch bestehen, wenn Ihr Kind später einmal aus der Kirche austreten sollte.
Unser bester Freund ist Christ, aber aus finanziellen Gründen aus der Kirche ausgetreten. Kann er Pate werden?
Nein. Denn das Patenamt stellt eine Beauftragung durch die Kirche dar, zur christlichen Erziehung des Täuflings beizutragen. Darum gehört die Mitgliedschaft in einer Kirche zu den Voraussetzungen für das Patenamt. Vielleicht kann Ihr Freund für die religiöse Erziehung Ihres Kindes dennoch eine Rolle spielen. Und auf jeden Fall kann er bei der Taufe dabei sein.
Wir Eltern haben uns mit dem Paten unseres Kindes zerstritten. Können wir ihn »streichen« lassen und uns einen neuen Paten aussuchen?
Ihr Pate war Zeuge der Taufe. Diese Patenaufgabe ist einmalig und lässt sich nicht rückgängig machen, auch wenn er seinen Aufgaben als Pate nicht gerecht wird. Deshalb können Sie den Paten nicht aus den Kirchenbüchern streichen lassen.
Gehört es zur Pflicht der Paten, nach dem Tode der Eltern für das Kind zu sorgen?
Nicht automatisch. Nach dem Tod der Eltern entscheidet ein Vormundschaftsgericht, wer die Fürsorge für ein verwaistes Kind übernimmt.
Wen nehmen wir als Paten?
Paten können Verwandte oder Freunde sein. Stellen Sie sich Ihr Kind zusammen mit seinem Paten, seiner Patin vor:
- Wer könnte über Jahre Ihr Kind verständnisvoll begleiten?
- Wer hätte Zeit und die nötige Geduld für diese Aufgabe?
- Wer hat eine Beziehung zur Kirche und versucht, seinen Glauben zu leben?
- Wer würde für Ihr Kind oder mit ihm zusammen beten?
- Zu wem haben Sie als Mutter, als Vater Vertrauen?
Gibt es eine Taufe ohne Paten?
In der Regel sollen Kinder bis zur Konfirmation bei einer Taufe evangelische Paten haben. Falls Sie niemanden finden, sprechen Sie mitdem Pfarrer / der Pfarrerin. Im Ausnahmefall ist auch eine Taufe ohne Paten möglich - wenn es andere Personen gibt, die für die christliche Erziehung des Kindes mit einstehen.